Seiten

Sonntag, 20. März 2016

Meine Buchmesse-Erfahrung Teil I

Entgegen der Erwartung, keine Zeit mehr zu haben, kann ich doch noch ein bisschen erübrigen. Also bleibt mir hier in Leipzig nun die Aufgabe, mein Versprechen zu halten und dieses Blog jeden Sonntag mit ein wenig Leben zu füttern.
Um 5 Uhr morgens am Donnerstag ging es für mich und eine gute Freundin los Richtung Leipzig. Wir legten zwei Pausen ein, die ganz entspannt verliefen, und kamen nach 520 Kilometern auch tatsächlich in unserer Unterkunft an. Hier wurden wir von drei quirligen Kindern und zwei lieben Erwachsenen begrüßt (Freunde meiner Freundin, jaja, ich weiß, wie das wieder klingt, ist aber keine Urban Legend ;)). Gut versorgt und frisch gepudert machten wir uns auf den Weg zur Messe. Die stürmte ich dann allein, denn wenn zwei Freundinnen sich jahrelang nicht sehen, haben sie viel zu besprechen. Glücklicherweise habe ich mich selbst Richtung Messe abgeschoben.
Zuerst landete ich in Halle 2 und war noch recht durch den Wind von der langen Fahrt. Doch schnell orientierte ich mich und landete in Halle 3, um "meinen" Verlagsstand zu besuchen. Den Papierverzierer Verlag fand ich auch recht zügig und als ich Verleger und Autoren erblickte ... machte ich kehrt und lief in die entgegengesetzte Richtung. Ach herrje, da übermannte mich die Unsicherheit. Was soll das denn? Wo kam die denn her? Die meisten kenne ich virtuell seit Jahren und lief davon wie ein Kleinkind? Nachdem ich mir selbst ins Gewissen geredet hatte, drehte ich um und stellte mich dem kleinen Auflauf. Stotternd und ein wenig schlotternd stellte ich mich vor und war verwirrter denn je. Vielleicht hätte ich mir nach der langen Fahrt doch ein wenig mehr Ruhe gönnen sollen. Ich schüttelte ein paar Hände, wartete darauf, dass mir Gespräche zuflogen oder ich irgendetwas beitragen konnte, aber nein. Mein Hirn schaltete auf Autopilot, ich selbst hatte nix mehr zu melden. Und mein Hirn auf Automatik bringt nicht viel hervor. Zombiealarm. Glücklicherweise hab ich niemanden gebissen.
Ich machte mich davon, um noch ein paar andere Stände zu besuchen und irgendwo zwischen Halle 3 und 2 fand ich dann die Sprache wieder, die ich schnell mit der lieben Verlegerin Michaela Stadelmann vom Wunderwaldverlag austesten konnte. Wir quatschten uns so fest, dass ich beinah gar nimmer weg wollte, aber ich hatte anderen ja noch versprochen, ebenfalls vorbeizuschauen. Also eiste ich mich schweren Herzens irgendwann los und hüpfte zum Stand des Verlags ohneohren, wo ich ein wenig ungläubig und herzlich von Verlegerin Ingrid Pointecker umarmt wurde. Ja, ich war tatsächlich da. Nach einem kleinen Plausch und dem persönlichen Treffen mit Autor Fabian Dombrowski, dessen Schaffen ich seit einigen Jahren verfolge, watschelte ich weiter zum Wölfchen Verlag und machte prompt mit Verlagsleiter Alfons Seeboth eine kleine Pause. So konnte ich ein wenig zu Atem kommen und dann weiter über die Messe stromern.
Wieder zurück an "meinem" Stand sprang mein Hirn nicht wieder auf Autopilot und so schaffte ich es, mich wohl zu fühlen, diverse Autorenkollegen zu begrüßen, Hände zu schütteln und zu lachen. Ein kleiner Plausch zwecks Superheldenumziehmöglichkeiten, seitdem die Telefonzellen abgebaut wurden, ergab sich noch mit Autor Martin Ulmer, sodass für philosophische und theoretische Nahrung gesorgt war.
Abends holte mich meine Freundin von der Messe ab, nachdem ich mich durch die Hallen und einem kleinen Umweg, den ich vermeintlich als Abkürzung zu erkennen glaubte, etwas verspätete. Total abgewetzt aber superglücklich kam ich vom ersten Messetag zurück in mein Übergangsheim und schlief recht schnell mit einem Grinsen im Gesicht ein.

Ich versuche Messetag 2 sobald wie möglich für euch niederzuschreiben, aber jetzt geht es bald auf Richtung Heimat, sodass mir nicht mehr viel Zeit bleibt. Der Laptop will schließlich noch verstaut werden.

Bis dahin,
Eure Lucia

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen